Warum die nächste Innovation wahrscheinlich bereits in deinem aktuellen Produkt steckt.
Innovation wird oft mit neuen Produkten assoziiert. Dennoch liegt der größte Gewinn oft näher, als man denkt: in den Produkten, die du heute bereits entwickelst, produzierst oder verkaufst. Indem du bestehende Designentscheidungen erneut kritisch betrachtest, kannst du die Qualität verbessern, Kosten senken und Produkte nachhaltiger machen, ohne noch einmal bei Null anzufangen.
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- 70 bis 80 % der Produktkosten werden bereits in der Entwurfsphase festgelegt. Genau hier liegen die größten Chancen zur Optimierung.
- Auch Nachhaltigkeit beginnt beim Engineering. Bis zu 80 % der Umweltbelastung eines Produkts werden durch Designentscheidungen bestimmt, wie Materialverbrauch, Produktarchitektur und Herstellbarkeit.
- Kleine Designanpassungen können eine große Wirkung haben. Weniger Teile, intelligentere Geometrien und bessere Materialauswahlen senken die Kosten und steigern die Leistung.
- Innovation bedeutet nicht immer ein neues Produkt. Das Neugestalten bestehender Produkte mit dem Wissen und den Techniken von heute bringt oft den größten Gewinn.
Wenn Unternehmen über Innovation sprechen, geht es schnell um neue Produktkonzepte, neue Technologien oder völlig neue Märkte. Das ist verständlich. Neue Produkte ziehen Aufmerksamkeit auf sich und stehen symbolisch für Fortschritt. Dennoch entsteht ein großer Teil der Innovation nicht am Anfang des Produktlebenszyklus, sondern gerade in der Mitte.
Produkte, die seit Jahren erfolgreich auf dem Markt sind, wurden oft auf Basis des Wissens, der Materialien und der Produktionstechniken entwickelt, die damals verfügbar waren. Seitdem haben sich Materialien verbessert, Produktionsprozesse sind effizienter geworden und die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Kreislauffähigkeit und Kosteneffizienz haben sich verändert. Die Frage lautet daher nicht nur, welches neue Produkt du entwickelst. Die interessantere Frage ist: Wenn du dieses Produkt heute neu gestalten würdest, würdest du dann dieselben Entscheidungen treffen?
Die meisten Kosten sind bereits festgelegt, bevor die Produktion beginnt.
Viele Organisationen beginnen erst dann mit der Optimierung, wenn die Produktion teurer wird, Qualitätsprobleme auftreten oder die Margen unter Druck geraten. Das ist auffällig, denn Studien zeigen bereits seit Jahren, dass der größte Einfluss auf die endgültigen Produktkosten viel früher ausgeübt wird.
Schätzungsweise werden 70 bis 80 % der gesamten Produktkosten in der Entwurfsphase festgelegt. Sobald ein Design freigegeben und die Werkzeuge entwickelt sind, wird der Spielraum für grundlegende Verbesserungen schnell kleiner. Engineering ist daher nicht nur eine technische Disziplin, sondern auch ein wichtiges Instrument, um Kosten, Qualität und Herstellbarkeit zu beeinflussen.
Auch die Nachhaltigkeit wird in der Entwurfsphase bestimmt.
Dasselbe gilt für die Nachhaltigkeit. Laut einer Studie von McKinsey wird bis zu 80 % der Umweltbelastung eines Produkts in der Entwurfsphase festgelegt. Materialauswahl, Produktarchitektur, Demontierbarkeit, Gewicht und Produktionsmethode bestimmen maßgeblich, wie nachhaltig ein Produkt letztendlich ist.
Das bedeutet, dass Nachhaltigkeitsziele nicht nur durch den Einsatz recycelter Materialien oder die Vergrünung von Produktionsprozessen erreicht werden. Sie beginnen bei grundlegenden Designentscheidungen. Immer mehr Organisationen betrachten daher bestehende Produkte erneut mit Fragen wie: Können wir weniger Material verwenden, Teile zusammenfassen, die Montage vereinfachen oder das Produkt besser für Reparatur und Demontage geeignet machen?

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Kleine Designentscheidungen haben oft eine überraschend große Wirkung.
Produktoptimierung muss nicht bedeuten, dass du ein komplettes Produkt neu entwickelst. Gerade relativ kleine Anpassungen können große Auswirkungen auf Leistung, Kosten und Nachhaltigkeit haben.
Eine andere Rippenstruktur kann beispielsweise die Steifigkeit erhöhen, ohne zusätzliches Material hinzuzufügen. Eine angepasste Wandstärke kann die Zykluszeit beim Spritzgießen verkürzen. Das Zusammenfassen mehrerer Teile kann Montagezeit sparen und die Zuverlässigkeit erhöhen. Einzeln betrachtet wirken diese Änderungen gering, zusammen können sie jedoch zu einem Produkt führen, das günstiger zu produzieren, einfacher zu montieren ist und besser auf die aktuellen Marktanforderungen abgestimmt ist.
Die Produktentwicklung endet nicht nach der Markteinführung.
Viele Organisationen betrachten ein Produkt als „fertig“, sobald die Serienproduktion läuft. In Wirklichkeit beginnt dann erst eine neue Phase. Neue Erkenntnisse aus der Produktion, sich verändernde Kundenwünsche, technologische Entwicklungen und strengere Vorschriften bieten ständig Anlass, ein bestehendes Design neu zu bewerten.
Organisationen, die hier investieren, sehen Produktentwicklung nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Nicht weil das Produkt nicht gut genug ist, sondern weil ein gutes Produkt in fünf Jahren noch besser sein kann.
Fünf Fragen, die sich jeder R&D-Manager stellen sollte
Bevor du ein völlig neues Produkt entwickelst, ist es sinnvoll, zuerst bei deinem bestehenden Produktportfolio innezuhalten.
- Welche Designentscheidungen wurden vor Jahren getroffen und verdienen erneute Aufmerksamkeit?
- Welche Komponenten verursachen die höchsten Produktions- oder Montagekosten?
- Welche Materialien würdest du heute anders auswählen?
- Welche Nachhaltigkeitsziele kannst du durch Engineering erreichen?
- Wo liegt der größte Gewinn, ohne das gesamte Produkt neu zu entwickeln?
Vielleicht liegt die nächste Innovation nicht in einem neuen Produkt, sondern in dem Produkt, das heute bereits auf deiner Produktionslinie liegt.
Von der Erkenntnis zur Verbesserung
Bei PEZY betrachten wir täglich Produkte aus der Kombination von Kunststoff-Engineering, Produktentwicklung und Herstellbarkeit. Genau dadurch sehen wir oft, wo bestehende Produkte smarter, leichter, stärker, nachhaltiger oder kosteneffizienter gemacht werden können.
Hast du ein bestehendes Produkt, bei dem du vermutest, dass es besser gehen könnte? Dann kann ein frischer Engineering-Blick helfen, verborgene Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen.
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